Cyanid

Cyanid kann in verschiedenen Formen vorkommen:
  • Blausäure (Cyanwasserstoff, HCN): ein farbloses Gas
  • Kaliumcyanid (Zyankali, KCN): ein Salz in kristalliner Form
Cyanid ist eine hochgiftige Chemikalie, die in der verarbeitenden Industrie zur Herstellung von Papieren, Textilien und Plastikprodukten verwendet wird.

Cyansalze benötigt man in der Metallurgie zum Galvanisieren, zur Reinigung von Metallen und zur Extraktion von Gold aus dem Erz.

Cyangas wird bei der Schädlings- und Ungeziefervernichtung eingesetzt.

Cyanidvergiftung
Eine Cyanidvergiftung kann innerhalb weniger Minuten tödlich sein.

Tabelle: Letale Wirkung von Cyanid bereits nach wenigen Minuten*
Ab ca. 15 Sekunden nach Inhalation: vertiefte Atmung, Hautrötung
Ab ca. 30 Sekunden: Bewusstseinsverlust
Ab ca. 60 Sekunden: Krämpfe
Ab ca. 3-5 Minuten: Atemstillstand
Ab ca. 5-8 Minuten: Herzstillstand
*Martens F. Syndrome nach Kontakt mit chemischen Stoffen und klinischen Behandlungsmöglichkeiten. Fortbildung für das Berliner Gesundheitswesen, 22. Oktober 2007


Cyanid ist 20 x toxischer als Kohlenmonoxid* und am gefährlichsten in geschlossenen Räumen, aus denen es nicht entweichen kann. In offenen Räumen verfliegt das Gas rasch und verteilt sich.
*Koschel MJ. Where there's smoke, there may be cyanide. Am J Nurs. 2002 Aug;102(8):39-42.

Eine Cyanidvergiftung kann entstehen durch: Zu Cyanidvergiftungen kann es zum Beispiel bei folgenden Ereignissen kommen:
  • Rauchgasintoxikation
  • Industrie-/ Chemieunfall
  • Selbstmord
  • Terroristischer Anschlag
Toxische Wirkweise von Cyanid
  • Das Cyanid-Ion lagert sich an die mitochondriale Cytochrom-C-Oxidase (ein Enzym, das in der aeroben Glykolyse im Rahmen der Atmungskette aktiv ist) an
  • Die oxidative Phosphorylierung und die ATP-Produktion werden dadurch gehemmt
  • Der Tod tritt durch innere Erstickung ein
Symptome einer Cyanidintoxikation können sein:
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Bewusstseinsstörungen wie Verwirrtheit, Desorientiertheit
  • Engegefühl in der Brust
  • Dyspnoe
  • Tachypnoe oder Hyperpnoe (anfangs)
  • Bradypnoe oder Apnoe (später)
  • Hypertonie (anfangs) oder Hypotonie (später)
  • Kardiovaskulärer Kollaps
  • Krampfanfälle oder Koma
  • Mydriasis sowie eine Plasma-Laktatkonzentration von > 8 mmol/l

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